Biodiversität
Verzahnung unterschiedlichster ökologischer Herkunftsareale
DieKleinstrukturierte Weinbaulandschaft als Träger hoher Biodiversität
Die Weinbaulandschaft ist in vielen Bereichen aufgrund ihrer Kleinteiligkeit und Strukturvielfalt mitEnge Verzahnung von Strukturen, Lebensräumen und Arten
Die Verzahnung von Waldgesellschaften, Saumgesellschaften, Offenbereichen und eingestreuten Zwischenstrukturen wie anstehender Fels, Lesesteinhaufen und -mäuerchen, Hohlwege, Trockenrasen, Obstbäumen u.v.a.m. Formen formen an der gesamten Thermenlinie vielfältige Lebensraumkomplexe für eine besonders artenreiche xerothermophile Tier- und Pflanzenwelt, deren biologischer Reichtum sich auch in der Vielzahl an besonderen Vorkommen von Wild- und Primitivobst mit absoluten Raritäten wie Abkömmlingen der Schnee-Birne fortsetzt, dieProfessionalisierung Biotopmanagements sichert und erhöht die Biodiversität
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Waldfläche an der Thermenlinie deutlich kleiner als heute. Hutweiden und Weingärten reichten etwa in Perchtoldsdorf bis auf den Parapluiberg oder oberhalb von Gumpoldskirchen bis weit in die heutigen Waldbereiche hinauf. Mit dem Rückgang der Beweidung und der Konzentration des Weinbaues auf besser erreichbare Gunstlagen sind große Flächen verwaldet, verbuscht oder aufgeforstet worden. Professionelles, mit den Gemeinden und Bevölkerungsteilen gut vernetztes und im Raum hoch wirksames Biotopmanagement in Zusammenarbeit des Biosphärenparkes Wienerwald mit dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken zeigt seit mehreren Jahren große Erfolge und ist wichtige Triebkraft für die Sicherung und Entwicklung der biologischen Vielfalt im Gebiet. Ein Erfolgsgarant ist die Beweidung wie auf der Perchtoldsdorfer Heide, der Gießhübler Kuhheide oder am Glaslauterriegel und die geplante großflächige Ausweitung extensiver Beweidung mit kleinen Wiederkäuern.Kleinstrukturierte Oberhangzone als Hauptschlagader der Vielfalt
Innerhalb des Teilraumes ist eine markante Hangzonierung festzustellen. Es ist durchgängig eine strukturreichere Oberhangzone von einer flacheren, leichter maschinenbearbeitbaren, strukturärmeren Unterhangzone und Ebene zu unterscheiden. Erstere ist gekennzeichnet durch ein äußerst kleinteiliges Mosaik aus Weingärten, -brachen, ehemaligen Wiesen und Weiden und Obstgärten mit zahlreichen nichtagrarischen Zwischenstrukturen (v.a. flachgründige Böschungen mit zum Teil anstehendem Fels, Trockenrasenflecken, Lesesteinhaufen, -mäuerchen, Hohlwegen, verschiedenste Gehölzsukzessionsstadien, Ostbäume und Waldzungen). Typische faunistische Charakterarten der extensiven Weingarten-Kulturlandschaft sind Heidelerche (häufig!), Neuntöter, Sperbergrasmücke, Schwarzkehlchen, Grauammer, Ortolan (potenziell), Wiedehopf, Smaragdeidechse, Osterluzeifalter, Gottesanbeterin, Weinhähnchen und Italienische Schönschrecke. Historisch gesehen reichte die landwirtschaftliche Nutzung in der oberen Hangzone deutlich höher hinauf. Einerseits gab es mehr Weingärten in diesem Bereich und andererseits extensiv genutztes Weideland.
Jede der Teilflächen und -biotope der Trockenlandschafts-Komplexe hat eine charakteristische Tierwelt, etwa Trockenrasen-Spezialisten unter den Tagfaltern (Blaukernauge, Weißer Waldportier, Fetthennenbläuling), u.v.a.m. oftmals mit nur ganz wenigen oder mit nur einer Raupenfutterpflanzenart und anderer Gruppen, wie die Smaragdeidechse, Rotflügelige Schnarrschrecke, Große Turmschnecke, die häufige Gottesanbeterin und als besondere faunistische Kostbarkeit die Sägeschrecke, eine Bewohnerin der extrem xerothermen und mit einigen niedrigen Büschen bestockten (Halb)trockenrasen (mehrere Fundpunkte zwischen Eichkogel und Pfaffstätten). Einen Spezialfall stellen die Trockenrasen der Perchtoldsdorfer Heide mit ihren Zieselvorkommen und einer außerordentlich artenreichen Heuschrecken- und Tagfalterfauna dar.
Von ganz hervorragender Qualität sind die Lebensraumkomplex in der oberen Hangzone, die v.a. aus Trocken- und Halbtrockenrasen, thermophilen Gebüschen, artenreichen Waldsäumen und lichten Flaum-Eichenwäldern bestehen. Hier findet sichIntensiver genutzte Unterhangzone mit Kuppen und dem Eichkogel als Hot Spot
In den unteren, intensiver genutzten Hangzonen sindFelsformationen, Kalkklippen und Steinbrüche
Lebensräume von besonderer BedeutungVielfältige Waldausstattung mit endemischen Schwarzkiefern und artenreichen Waldsteppen
Die große Vielfalt an Offenlebensräumen setzt sich auch in der Gehölz- und Waldausstattung der Thermenlinie fort. Die obere Hangzone des Weinbaugebietes ist geprägt von der starken Durchdringung des Offenlandes mit Wäldern. Auch hier bietet die Thermenlinie eine große Vielfalt anund Organismen,mosaikartige, jedochkleinräumige wirdVerzahnung derenunterschiedlicher VerbreitungWaldgesellschaften zwischenvon Blaugras-Buchenwäldern über Eichen-Hainbuchenwälder, Linden-Kalkschutt-Wälder und Flaumeichen-Buschwäldern bis zu den einzelnendas StandortenLandschaftsbild zunehmendmitbestimmenden eingeschränkt.(sekundären) EineSchwarzkiefernwäldern, weiteredie Folgeeinerseits angepflanzt wurden oder sich auf ehemaligen Weideflächen enwickelt haben. Die sog. Blaugras-Schwarzkiefernwälder sind als FFH-Lebensraum „Submediterrane Kiefernwälder mit endemischen Schwarz-Kiefern europaweit geschützt und kommen an der glazialen Entstehungsgeschichte sind Schottergruben, die als Sonderstandort und Natur aus zweiter Hand Lebensraum für eine Vielzahl von Arten sind. Viele der Gruben wurden nach erfolgtem Abbau verfüllt und in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Den Rest einer ehemals großflächigen Schottergrube stellt die so genannte Pfaffendorfer Grube dar, welche sich im Eigentum des Naturschutzbundes Kärnten befindet und ehemalsThermenlinie als eines der wenigen Laichgebiete der Wechselkröte in Kärnten galt.
Bedeutende Aulandschaften an Glan und Gurk
Wo sich früher entlang aller Flüsse des Klagenfurter Feldes weite Aulandschaften fanden, gibt es heute entlang von Glan und Gurk noch kleine Auwaldrelikte wie die Glan begleitenden Auwaldflächen zwischen Ebenthal und Gurnitz und im Grenzgebiet zu Grafenstein (siehe Aueninventar in der Übersichtskarte). Einzige großflächige Ausnahme sind die Auwälder der Gurkmündung. Das Gebiet erstreckt sich etwa von der Gurkbrücke am östlichen Siedlungsrand des Ortes Grafenstein bei der Ortschaft Sand bis zur Einmündung in die Drau.
Die Gurk ist im gegenständlichen Abschnitt das letzte noch intakte große potamaleBesonderheit Fließgewässerauf Kuppen, Rücken un felsigen Hängen mit seichtgründigen, trockenen Böden sowie im Bereich der inneralpinenDurchbruchstäler Beckenlagendes Helenentales und der Mödlinger Klause immer wieder natürlich vor. Zumeist wurde die Schwarzkiefer jedoch aufgeforstet und bildet sekundäre Bestände in Bereichen, die sonst von verschiedenen Laubbäumen dominiert wären. Autochthone Bestände außerhalb der Durchbruchstäler befinden sich insbesondere auf Bergrücken, wie etwa vom Pfaffstättner Kogel in südlicher Richtung bis in die Einöde. Hier stocken die lichtdurchfluteten primären Schwarz-Föhrenwälder auf den steilen süd- bis westexponierten Kanten und Oberhängen. In den Schwarz-Föhrenwäldern dominieren im Unterwuchs Gräser und Zwergsträucher. Die dominante Grasart ist das Kalk-Blaugras. In den primären Schwarz-Föhrenwäldern wachsen etliche Arten wie etwa die Groß-Kuhschelle, die auch in den Trockenrasen anzutreffen sind.
Naturschutzfachlich von besonderer Bedeutung und auch größere Hangbereiche zum Wiener Becken hin einnehmend, sind die Flaum-Eichenwälder. AuchJe österreichweitnach Untergrund und Wachstumsbedingungen können diese Wälder niederwüchsig mit kleinen, knorrigen Bäumen sein oder seltener auch hochwüchsiger. Charakteristisch ist hier, neben der Flaum-Eiche, das Vorkommen seltener Baumarten wie des Speierlings oder von Schneebirnen-Abkömmlingen und einer artenreichen Strauchflora. Besonders interessant ist dieser Waldtyp durch die Verzahnung mit Trocken- und Halbtrockenrasen, wie sie an der gesamten Thermenlinie immer wieder vorkommen. Diese Vegetationsform wird oft auch als Waldsteppe bezeichnet. Hier können Tiere und Pflanzen mit verschiedenen ökologischen Ansprüchen (Wald, Waldsaum und Offenland) auf engstem Raum leben. Daher zählt dieser AbschnittLebensraum zu den letztenartenreichsten nochin erhaltenenganz potamalenÖsterreich. Fließgewässerabschnitten
Charakterarten Tiere
TeicheCharakterarten undPflanzen
AufgrundRaumes dermitbestimmen glazialensind Prägungdie derSteinweichsel, Region finden sich bis heute einigeauch stehendeBadener GewässerSteinweichsel genannt. Sie repräsentiert eine Baumart, die ehemal große wirtschaftliche Bedeutung im KlagenfurterRaum Feld,um wennBaden hatte. Aus ihrem Holz wurden in einer Hochblüte im 19. Jhrdt. in großflächigen Weichselkulturen Millionen Pfeifenstiele, Zigarettenspitze oder Spazierstockgriffe in die ganze Welt exportiert. Weitere, auch wesentlich kleiner alswirtschaftlich im RestRaum desehemals Klagenfurter Beckens (e.g. Wörthersee). Beispiele sind der Portendorfer Weiher (Marktgemeinde Magdalensberg) oder der Ziegelteich bei Hörtendorf (Klagenfurt), der 2015 zum Natura-2000 Gebiet nominiert wurde. Die Teiche und Lacken der Region dienen – ebenso wie die kleinen Feuchtflächen - etlichen selten gewordenen Arten als wichtige Rückzugsorte. Zum Bespiel ist der Portendorfer Weiher der einzige Standort in Kärnten an dem die Dreifurchigen Wasserlinse (Lemna trisulca) und der Wasserfenchel (Oenanthe aquatica) gefunden wurden.
Der Ziegelteich von Hörtendorf liegt im nordöstlichen Gemeindegebiet der Stadt Klagenfurt und zwischen den Ortschaften Farchern im Norden und Hörtendorf im Südosten. Das Gebiet wird im Norden von Wald- und Landwirtschaftsflächen, im Westen und Süden von der Mülldeponie Kla-genfurt umgeben. Grund für die Ernennung zum Natura-2000 Gebiet war das Auftreten der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo moulinsiana). Das 6.85 Hektar große Feuchtgebiet beherbergt allerdings noch eine Vielzahl weiterer Kleinlebensräume, Tier und Pflanzenarten.
Aktuell (2024/03) werden am Ziegelteich von Hörtendorf von der Stadt Klagenfurt im Rahmen des Projekts „Moore4Klagenfurt“ Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumausstattung und Erhaltung der Biodiversität gesetzt.
Fragmentarische Illyrische Eichen-Hainbuchenwälder und die "Klagenfurter Eiche"
Fragmentarisch findet sich der Lebensraumtyp „Illyrische Eichen-Hainbuchenwälder“ beim Ziegelteich bei Hörtendorf (Klagenfurt). Der Bestand ist allerdings stark degeneriert, illyrische und wärmeliebende Arten kommen nur noch selten vor. Für die auffällig trockenresistente Eichenart („Klagenfurter Eiche“), die in diesen Wäldern zu finden ist, gibt es ein Projekt zur Besammlung und gezielten Vermehrung, das gemeinsam mit der Forstabteilung 1F der Landesregierung und der Baumschule Jöbstl in St. Michael/Lavanttal durchgeführt wird. Beispiele für eine bedrohte Art, die in den Eichenmischwäldern zu finden ist, ist die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros). Sie nutzt das Gebiet zwar nicht als Wochenstubenquartier, wohl aber als Jagdgebiet. Eine weiterehochbedeutende Art ist die BechsteinfledermausSchwarzkiefer. Autochthone Schwarzkiefernwälder sind als Galzial-Relikte der höheren Voralpen an felsigen Einhänge der Durchbruchstäler wie z.B. am Frauenstein bei Mödling, der Mödlinger Klause oder im Helenental und kleinflächig auf Kalkklippen entlang der gesamten Thermenlinie zu finden (MyotisFFH-Lebensraumtyp). bechsteinii),Wegen dieihres hohen Harzgehaltes spielte sie eine wichtige Rolle in der RotenPecherei. ListeDas derHolz wird vielfach genutzt und, da es nicht knarrt, unter anderem auch heute noch zu Bühnenböden verarbeitet. Besonders charakteristische Arten Kärntenssind alsDalmatien-Lotwurz, starkDiptam gefährdet gelistet wird. Als Wochenstubenquartiere dienen ihnen von Natur aus Baumhöhlen in verschiedenen Laubholzarten. Es werden aber auch Ersatzangebote in Form von Vogel- und Fledermauskästen angenommen (wie z. B. im Bereich des Pulverturmwaldes). Eine Besonderheit stellen die Mischwälder bei Niederdorf dar, in welchen im Zuge von fledermauskundlichen Untersuchungen der Nachweis einer Wochenstube der Bechsteinfledermaus gelang. Um die Population dieser Fledermäuse weiterhin zu erhalten, gilt es den Laubwaldanteil des Waldes zu fördern und Totholz nicht zu entnehmen. Ebenso sollten insektenreiche halboffene Landschaften wie Streuobstwiesen oder Wiesen mit Hecken und Feldgehölzen erhalten werden.
Vielfältige, fragmentierte Feuchtlebensräume (Moore und kleine Feuchtgebiete)
Der Gletscherprägung des Klagenfurter Feldes hat nicht nur die Bildung von größeren Seen zur Folge, sondern auch von kleineren naturschutzrelevante Feuchtgebieten und Mooren. Viele Moore Kantabrien-Windein der Region – wie zum Beispiel das Lanzendorfer Moor – haben eine ovale Ausprägung, was typisch für sogenannte Toteislöcher ist. Das Lanzendorfer Moor ist insbesondere wegen des Vorkommens der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) und kleineren Beständen von Schneidried (Cladium mariscus) von europäischer Bedeutung. Viele der einst weitverbreiteten Moore im Klagenfurter Feld sind heute aufgrund von Trockenlegungen nur mehr in rudimentärer Form vorhanden. Beispiele sind das Thoner Moos oder das Tainacher Moor – trotz Kleinräumigkeit bedeutende Rückzugsorte für gefährdete Tierarten wie den Balkan Moorfrosch oder die Bauchige Windelschnecke. Beispiele für Moore in gutem Zustand sind das Raunach Moor und das Lanzendorfer Moos in der Marktgemeinde Poggersdorf oder das Höflein Moor in Ebenthal. Etliche der Moorflä-chen in der Region sind noch nicht gut kartiert und haben derzeit noch keinen Schutzstatus ausgewiesen (das Tainacher Moor, das Thoner Moor, das Raunacher Moos und die östlich angrenzenden Niedermoore), sind jedoch nach dem Kärntner Naturschutzgesetzt gemäß § 8 ex lege geschützt.
Zwischen den Ortschaften Annamischl und St. Michael ob der Gurk in der Marktgemeinde Pogger-dorf gibt es den Austritt einer Hydrogenkarbonat-Quelle mit kleineren Kalksinterterrassen für de-ren Entstehung vor allem das charakteristische Kalktuffmoos (Palustriella commutata) verantwort-lich ist. Es handelt sich bei dem Quelltyp um eine Helokrene (Sickerquelle), das heißt der Grund-wasser tritt eher langsam in Form eines Quellsumpfes an die Oberfläche. Kalktuffquellen (Cratoneurion) sind sehr seltene und höchstsensible Lebensräume, die eine einzigartige und hoch-spezialisierte Quellflora und Fauna beherbergen. Sie stellen daher einen eigenen FFH-Lebensraumtyp.
Die Gruppe der Amphibien ist besonders vom Rückgang und der Fragmentierung der Feuchtgebiete in der Region betroffen. In Kärnten gesamt weist der Großteil der heimischen Amphibienarten einen Gefährdungsstatus auf. Gerade für Amphibien ist eine Vielfalt von vernetzten Lebensräumen essenziell, da sie im Laufe ihrer Entwicklung verschiedene Teillebensräume wie Laichgewässer, Sommerlebensräume und Winterquartiere benötigen. Sie brauchen daher eine strukturreiche Landschaft mit vielfältigen, kleinräumigen Lebensräumen wie Gewässer und Feuchtflächen, aber auch Wiesen, Hecken, und Waldstücke. Problematisch sind für diese Gruppe die vielen Trockenlegungen, Verbauungen, Flussbegradigungen und die Durchschneidung der Landschaft durch immer mehr Verkehrswege, die ihrer Wanderrouten kreuzen. Die wichtigsten Wanderrouten sind den Naturschutzorganisationen (Link KAGIS) bekannt, hier könnten in Absprachen mit den Expertinnen gezielte Schutzmaßnahmen initiiert werden. Diese müssen allerdings laufend kontrolliert und evaluiert werden, was einen engen Austausch der involvierten Personen und Institutionen erfordert. Ein Best-Practice Beispiel ist die bereits seit >30 Jahren bestehende Aktion „Rettet die Frösche“.

Fichtenreinbestände und natürliche Nadelwaldgesellschaften
Wie vielerorts wurde auch im Klagenfurter Feld viel ehemals agrarwirtschaftlich genutzte Fläche in Wald umgewandelt, wobei Fichtenreinkulturen klar dominieren.
Ein – im Gegensatz zu den Fichtenmonokulturen – natürlicher Nadelwaldtyp in der Region sind Rotföhrenwälder. Sie finden sich zum Beispiel an den Hängen des Langen Rain und am Hammerberg (beide Marktgemeinde Poggersdorf), zwei vom Gletscher überformte kristalline Hügelrücken mit saurem Boden.
Viele Äcker, wenig Wiesen
Die für das Klagenfurter Feld typischen Braunerden und Parabraunerden sind wertvolle Böden für den Ackerbau. Dieser wird weitgehend von Maisackern dominiert, gefolgt von Weizen. Aufgrund der Dominanz großer Monokulturen kommt auch der kleinsten Biodiversitätsfläche wie Rainen, Waldsäumen, Pufferzonen um Bachläufe, Acker-Randstreifen, Hecken, etc. eine große Bedeutung zu. Doch gerade diese wertvollen Elemente der Agrarlandschaft verschwinden zunehmend, durch die Intensivierung der Landwirtschaft und Zusammenlegung von Betriebsflächen. Streuobstwiesen sind wahre Biodiversitätshotspots (z.B. Zwergohreule), doch auch einzelnstehende Bäume haben als Ansitzflächen für Greifvögel eine große Bedeutung.
Entwässerungsgräben/Drainagen in den Agrarflächen dienen nicht nur dem Abfluss von Hochwasser, sondern können in strukturarmer Landschaft wertvolle Feuchtlebensräume und Trittsteine darstellen. Extensiv bewirtschaftete Flä-chen wie Hutweiden, Feuchtwiesen, Streuobstwiesen sind im Klagenfurter Feld wie auch in den meisten anderen Regionen Österreichs selten geworden. Weidehaltung ist aufwändig, extensive Bewirtschaftung ebenso und bei weitem nicht so ertragreich. Magere Flachlandwiesen sind im Gebiet noch fragmentarisch vorhanden und stellen einen wichtigen Lebensraum für viele Arten, der auch als Trittsteinbiotop und Jagdgebiet (z. B. Fledermäuse) dient. Reste finden sich zum Beispiel beim Hörtendorfer Ziegelteich. Feuchtwiesen sind der bevorzugte Lebensraum des Wachtelkönigs – zu seinem Erhalt wäre ein regelmäßiges Monitoring und Habitat Verbesserung wichtig.
